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Ute Holl, Jens-Martin Loebel, ...: Aus dem Tagebuch eines Selbstaufzeichners
Aus dem Tagebuch eines Selbstaufzeichners
(p. 115 – 125)

Claus Pias, Jens-Martin Loebel, Ute Holl

Aus dem Tagebuch eines Selbstaufzeichners
Jens Martin Loebel im Gespräch mit Ute Holl und Claus Pias

PDF, 11 pages

  • media studies

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Ute Holl

Ute Holl

is professor of media studies at Basel University. She has worked on the epistemology of technical media, on anthropological and experimental cinema, and on a media history of acoustics, electro-acoustics, and radio theory. She is the author of several books.
Other texts by Ute Holl for DIAPHANES

Claus Pias

is Professor for History and Epistemology of Media at the Institute for Culture and Aesthetics of Digital Media (ICAM) at Leuphana University Lueneburg, where he is also director of the Institute for Advanced Study in Media Cultures of Computer Simulation (MECS), the Centre for Digital Cultures (CDC) and the Digital Cultures Research Lab (DCRL). Main areas of interest are the media history and epistemology of computer simulations, the history of media studies, and the history and epistemology of cybernetics.
Other texts by Claus Pias for DIAPHANES
Gesellschaft für Medienwissenschaft (ed.): Zeitschrift für Medienwissenschaft 4

Machen Medien Menschen und andere? So ließe sich die Kernfrage eines Mediendenkens fassen, das auf den formierenden Charakter medientechnischer Apparaturen abhebt. In Donna Haraways »Cyborg Manifesto« von 1985 kam diese Frage zu ihrem Bild: Cyborgs tauchen, so Haraway, immer dann auf, wenn die Grenze zwischen Maschine und Mensch oder Tier und Mensch porös zu werden droht. Seitdem
haben sich sowohl auf dem Gebiet der Technik als auch auf dem der Theorie die Grenzen weiter verschoben: Nicht-menschliche Wesen wurden von den Science Studies als Akteure (wieder)entdeckt, Computerprogramme werden nach lebendigen Prozessen modelliert, und VertreterInnen der Animals Studies fordern Menschenrechte für Tiere. Der Antihumanismus des 20. Jahrhunderts war von einem kritischen Impetus
gegenüber der Machtblindheit des abendländischen Humanismus geprägt und befragte Differenzsetzungen (Natur/Kultur, Frau/Mann, Tier/Mensch) hinsichtlich ihrer gesellschaftlichen Ein- und Ausschlusseffekte. Aktuelle anti-speziezistische Philosophien hingegen analysieren nicht länger die (mediale) Produktion von Differenzen, sondern feiern die Grenzüberschreitung hin zum Tier und zur Maschine als neue ontologische Stufe. Der Schwerpunktteil der Zeitschrift für Medienwissenschaft 4 setzt sich mit möglichen Konsequenzen dieser Negation von Differenz für die Konzeption des Menschen als Spezies unter anderen und als homo faber, der mit (Medien)Techniken operiert und manipuliert, auseinander.

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