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Marita Tatari: Zur Einführung
Zur Einführung
(p. 7 – 21)

Marita Tatari

Zur Einführung
Theater nach der Geschichtsteleologie

PDF, 15 pages

Die Dialektik der Selbstverwirklichung und ihre Aporien bestimmen explizit oder implizit die Betrachtung der Geschichte und der Gegenwart des Theaters. Das Ende der Geschichtsteleologie, das epistemologisch die deutschsprachige Theaterwissenschaft prägt, wird noch in der Logik der Verwirklichung formuliert. Indessen erleben wir heute, so die These dieses Buches, eine neuartige Verschiebung der Problematik der Verwirklichung. Die einzelnen Gespräche verfolgen diese Verschiebung im Verhältnis von Kunst und Politik, in der Entwicklung der Technologie und in der gegenwärtigen Finanzökonomie. Darüber hinaus wird die Frage diskutiert, wie das Feld der Erfassung der theaterwissenschaftlichen Gegenstände auf diese Transformationen unserer Zeit zu öffnen ist.

  • politics
  • theatre / drama
  • technology
  • conversation
  • contingency
  • Jean-Luc Nancy
  • economics
  • contemporary art
  • theatre studies

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English

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English, French

Marita Tatari

Marita Tatari

has been a principal researcher at the Institute of Theater studies of the Ruhr University of Bochum since 2011. She is working on the epistemology of theater studies and on the conceptualisation of theater history, out of a new interpretation of the concept of action in Hegel's Aesthetics. Her current research subject is a revision of the prevailing notion of Drama. She received her PhD in Strasbourg under the supervision of Jean-Luc Nancy, a Masters-Degree under the supervision of Philippe Lacoue-Labarthe and graduated in classical philology in Greece.

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Marita Tatari (ed.): Orte des Unermesslichen

Das Ende der Geschichtsteleologie wird als Voraussetzung einer Reflexion über die gegenwärtigen Künste begriffen. Jedoch bleiben gerade diejenigen ästhetischen und theaterwissenschaftlichen Diskurse, die in den neuen Kunstformen eine Überwindung der Tradition sehen, teleologisch. Vielleicht ist aber dieses Ende, das wir erleben, nicht als Überwindung, Bruch, Sprengung oder Verabschiedung zu verstehen, sondern – so eine Formulierung von Jean-Luc Nancy – als Mutation unseres Bezugs zu unseren Zwecken. Das vorliegende Buch diskutiert diesen Ansatz angesichts des Verhältnisses von Kunst und Politik, der Entwicklung der Technologie und der gegenwärtigen Finanzökonomie. Es stellt die Frage, was diese Mutation für die Analyse der Theatergeschichte und der Theaterpraxis bedeutet.