Reiner Schürmann: Ursprünge

Reiner Schürmann

Ursprünge

Traduit par Michael Heitz et Esther von der Osten

Gebunden mit Schutzumschlag, 224 pages

»Ich bin nicht gut im Vergessen. Ich kann es überhaupt nicht«

Ein junger Deutscher in den sechziger Jahren schreibt hier, heimgesucht von einer übergroßen Sensibilität für die Allgegenwart der Vergangenheit. Geradezu körperlich trägt er in seiner eigenen Person die Unfähigkeit aus, zu vergessen, was er selbst nicht bewusst erlebt hat: Krieg und Vernichtung. Die stark autobiographisch geprägte Erzählung folgt den zahlreichen Etappen einer Suche nach den eigenen Ursprüngen, zeichnet Aufbrüche, Fluchten, Irrwege nach. Da sind die Kindheitserlebnisse der unmittelbaren Nachkriegsjahre auf dem väterlichen Fabrikgelände, wo die quälenden Fragen erwachen, da ist ein Jahr zwischen Überschwang und Angst in einem israelischen Kibbuz, da ist das auf einer Idylle des Vergessens wiedererstehende Freiburg der späten sechziger Jahre, in das der jüdische Freund auf Besuch kommt, da ist schließlich das mit Massen von Emigranten geteilte Bemühen um eine akademische Anstellung in Amerika, was zu grotesken Begegnungen, aber auch in eine neue Zukunft führt… »Ursprünge« ist ein sehr persönliches Buch, aber auch ein Schlüssel zum Verständnis einer ganzen Generation zwischen Enttäuschung und Wut, Anpassung und Aufbegehren. Schürmanns Schreibweise ist von irritierender Präzision, entwaffnender Direktheit und schmerzhafter Konsequenz. Schürmanns einziges literarisches Werk erschien 1976 in Frankreich und wurde mit dem Prix Broquette-Gonin der Académie Française ausgezeichnet. Im Umweg über die französische Sprache, über 30 Jahre nach Erscheinen, ist die hier vorgelegte deutsche Erstausgabe ein auch für die heutigen Generationen eminent wichtiges Buch.

  • autobiographie
  • 1968
  • trauma

»Schürmanns Sprache, übersetzt von Michael Heitz und Esther von der Osten, ist klar und dynamisch, er formuliert knapp und körperlich-direkt. Reiner Schürmann hat ein kluges und leidenschaftliches Buch geschrieben, das auf die früh in sein Leben eingebrochene Gewalt und Verrohung mit dem literarischen Gegenprogramm hellsichtiger und feinfühliger Beobachtung antwortet.« Frank Kaspar, WDR 3

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Reiner Schürmann

Reiner Schürmann

est né à Amsterdam et a grandi à Krefeld. Il entame en 1960 des études de philosophie à Munich, interrompues par un séjour dans un kibboutz en Israël. En 1961, il entre comme novice dans un monastère dominicain en France, puis étudie de 1962 à 1969 la théologie à Saulchoir, dans l'Essonne, près de Paris ; effectuant par ailleurs un séjour à Fribourg où il suit des cours dispensés par Heidegger. En 1970, il est ordonné prêtre dominicain ; ordre qu'il perd en 1975. À partir du début des années 1970, il vit aux États-Unis, où il est nommé professeur par Hannah Arendt et Hans Jonas à la New School for Social Research de New York. Il meurt en 1993 du sida. Il a rédigé toute son importante oeuvre philosophique en langue française.

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